Vermögensteueruhr

1.234.567.890 €

...sind dem Staat seit der Aussetzung der Vermögensteuer 1997 entgangen. Das sind in jeder Sekunde 1.212 €.

Seit 1997 ist die Vermögensteuer in Deutschland ausgesetzt. Seitdem gehen dem Staat Jahr für Jahr Milliarden verloren – Geld, das dringend gebraucht wird: für moderne Schulen mit genug Lehrkräften, für Kitaplätze, gute Krankenhäuser und für Busse und Bahnen, die zuverlässig und häufig fahren.

All das können wir mit einer Vermögensteuer finanzieren. Denn die kommt direkt dort an, wo sie gebraucht wird: bei den Ländern und Kommunen. Mit unserem Konzept für eine Vermögensteuer steigen die Einnahmen der Bundesländer auf einen Schlag um 147 Milliarden Euro pro Jahr! Selbst wenn man einberechnet, dass sich einige Konzerne und Superreiche der Steuer entziehen, bleiben immer noch ca. 100 Milliarden Euro.

Zwar sind große Vermögen in Deutschland regional sehr unterschiedlich verteilt, doch der Länderfinanzausgleich sorgt dafür, dass alle von der Steuer profitieren. Und ein Teil der Einnahmen fließt automatisch an die Kommunen: Sie erhalten rund 20 Prozent der zusätzlichen Einnahmen – für direkte Investitionen vor Ort, die im Alltag spürbar sind. Hier kannst du dir ansehen, wie viel Geld in den Ländern pro Einwohner*in verfügbar wäre.

So viel kommt in deinem Bundesland an

So viel ist das pro Einwohner*in

So ungleich ist das Vermögen verteilt

Die reichsten 10% der Deutschen besitzen knapp 70% des gesamten Vermögens.

Die Reichsten zahlen am meisten

Die Vermögensteuer belastet nur die ganz wenigen, die extrem viel besitzen. Der Löwenanteil der Steuereinnahmen würde von einer kleinen Zahl von Superreichen getragen: Nur die reichsten 1,9% würden belastet. Zwei Drittel der gesamten Steuereinnahmen würden von Personen getragen, die mehr als 100 Millionen Euro besitzen und über ein Drittel allein von Milliardären. Die oberen 0,01 Prozent würden im Durchschnitt einen Steuersatz von 5,9 Prozent auf ihr Vermögen zahlen.

Deutschland ist ein Hochsteuerland? Von wegen!

Für Superreiche ist Deutschland eine regelrechte Steueroase. Das zeigt auch der internationale Vergleich eindeutig: In kaum einem anderen Industrieland werden große Vermögen so niedrig besteuer wie hier.

Aufkommen vermögensbezogener Steuern in den OECD-Ländern 1987-1989 Aufkommen vermögensbezogener Steuern in den OECD-Ländern 1987-1989 in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

Deutschland ist hier kein Vorreiter, sondern ein Nachzügler: Gemessen an der Wirtschaftsleistung erhebt Deutschland deutlich geringere Steuern auf Vermögen als der Durchschnitt der OECD-Staaten. In Ländern wie Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und selbst den USA ist das Aufkommen vermögensbezogener Steuern zwei bis drei Mal so hoch! Die Folge dieser steuerpolitischen Schieflage: eine Vermögensungleichheit von historischem Ausmaß. So viele Milliardäre wie heute gab es in Deutschland noch nie - während die breite Mehrheit hart arbeitet und kaum Vermögen aufbauen kann.

Der internationale Vergleich belegt: Eine Vermögensteuer wäre kein radikaler Sonderweg. Es wäre schlicht ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit und eine Angleichung an steuerpolitische Standards, die international längst gelten.

5 Gründe für eine Vermögensteuer

Steuermythen im Faktencheck

Was wir fordern und warum

Es kann nicht sein, dass eine Beschäftigte einen höheren Steuersatz auf ihr hart erarbeitetes Einkommen zahlt als ein Multimillionär auf sein Vermögen. Auch die Allerreichsten müssen ihren Anteil dazu beitragen, dass dieses Land funktioniert. Unsere Vermögensteuer würde genau das erreichen.

Vermögen fair besteuern – unser Modell

Nur wer eine Millionen Nettovermögen - das ist das Vermögen abzüglich von Schulden - oder mehr besitzt, soll zahlen: Der Steuersatz steigt ab einer Million von 1% gleichmäßig auf 5% an, die ab einem Vermögen von 50 Millionen fällig sind. Für Milliardäre liegt er bei 12%.

Nur die oberen 2% müssen zahlen

Diese Abgabe würde nur den winzigen Teil der Reichsten betreffen: nur 2% der Bevölkerung. Von den zusätzlichen Milliardeneinnahmen würden dagegen alle profitieren: Es wäre mehr Geld da für gute Kitas, Schulen und Krankenhäuser, für zuverlässige Busse und Bahnen oder für mehr öffentlichen und bezahlbaren Wohnraum.

Freibetrag für Betriebsvermögen

Um Unternehmen nicht zu stark zu belasten, planen wir einen zusätzlichen Freibetrag von 5 Millionen Euro für Betriebsvermögen. Auch eineZahlung der Steuer in Vermögensanteilen wäre denkbar.

Niedriger Eingangssteuersatz

Der Eingangssteuersatz liegt bei moderaten 1-5%. Bei kleinen Vermögen würde die Abgabe nur die Einkommensteuer ergänzen. Dieser Steuersatz liegt weit unterhalb dessen, was die Allerreichsten jährlich an ihrem Vermögen, etwa durch Aktiengewinne, verdienen, nämlich im Durchschnitt 6%.

Hoher Spitzensteuersatz

Milliardäre wie Dieter Schwarz oder Michael Kühne erzielten mit ihren Vermögen in den letzten 25 Jahren im Durchschnitt sogar 10% Rendite - ein Lifestyle, den wir uns angesichts leerer Kassen und kaputtgesparter Kommunen nicht mehr leisten können. Unsere Vermögensteuer sieht für Milliardäre daher einen Spitzensteuersatz von 12% vor.

Steuerschlupflöcher schließen

Unser Konzept besteuert nicht Stiftungen oder Firmen, sondern die Personen, die dahinter stehen. Dadurch werden Unternehmen nicht zusätzlich belastet und wir verhindern, dass hohe Vermögen in Stiftungen verschoben werden, um Steuern zu umgehen.

Faire Berechnung

Die Grundlage für die Berechnung der Vermögensteuer sind alle Immobilien-, Unternehmens- und Finanzvermögen sowie Luxusgüter. Wie bei der Erbschaftsteuer würde man den Verkehrswert dieser Vermögen heranziehen, um die Steuer zu berechnen. Das ist gerecht und behandelt alle gleich.

Heidi Reichinnek

Heidi Reichinnek

Fraktionsvorsitzende

„Die Vermögenssteuer verschafft den Ländern und Kommunen die Einnahmen, die sie dringend für Investitionen im Bildungsbereich und in der Infrastruktur brauchen.“
Sören Pellmann

Sören Pellmann

Fraktionsvorsitzender

„Die Konzentration von Vermögen in so wenigen Händen untergräbt die Demokratie und steigert die Kriegsgefahr. Die Vermögenssteuer ist ein erster Schritt, um gegenzusteuern.“
Christian Görke

Christian Görke

Finanzpolitischer Sprecher

„Keines der Argumente gegen eine Vermögensteuer ist stichhaltig, wenn sie gut gemacht ist. Das einzige, was es im Moment braucht, ist den politischen Willen in Bundestag und Bundesrat.“